{"id":9719,"date":"2016-11-01T20:29:59","date_gmt":"2016-11-01T16:29:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rokmp.de\/?p=9719"},"modified":"2016-11-16T20:32:57","modified_gmt":"2016-11-16T16:32:57","slug":"deutsch-dokument-uber-die-teilnahme-der-glaubigen-an-der-eucharistie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rokmp.de\/de\/deutsch-dokument-uber-die-teilnahme-der-glaubigen-an-der-eucharistie\/","title":{"rendered":"Dokument: \u00dcber die Teilnahme der Gl\u00e4ubigen an der Eucharistie"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n\t<!--\n\t\t@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm }\n\t\tP { margin-bottom: 0.21cm }\n\t\tA.sdfootnoteanc { font-size: 57% }\n\t-->\n\t<\/style>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\"><i>Anmerkung: dieses Dokument wurde von der Bischofsversammlung der Russischen Orthodoxen Kirche gebilligt, die am 3. Februar 2015 in der Christus Erl\u00f6ser Kathedrale in Moskau stattfand.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Eucharistie ist das Hauptmysterium (Sakrament [P. A.V.]) der Kirche, das von unserem Herrn Jesus Christus am Tag vor Seinen errettenden Leiden, Seinem Kreuzestod und Seiner Auferstehung eingesetzt wurde. Die Teilnahme an der Eucharistie und der Empfang des Leibes und des Blutes Christi sind ein Gebot des Erretters, der durch Seine Sch\u00fcler allen Christen sagte: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eNehmet, esset: dies ist Mein Leib\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> und <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201etrinket alle daraus, denn dies ist Mein Blut des Neuen Bundes\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (Mt 26, 26-28). Die Kirche selbst ist der Leib Christi, deshalb zeigt das Mysterium des Leibes und des Blutes Christi auf sichtbare Weise die mystische Natur der Kirche, indem es die Kirchengemeinde schafft.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Das geistliche Leben eines orthodoxen Christen ist ohne den Empfang der Heiligen Mysterien undenkbar. Indem die Gl\u00e4ubigen an den Heiligen Gaben teilhaben, werden sie durch die Kraft des Heiligen Geistes erleuchtet und mit Christus, dem Erretter, sowie mit einander verbunden. Sie bilden hierdurch den einen Leib Christi.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Das Mysterium der Eucharistie bedarf einer besonderen Vorbereitung auf sie. In der Kirche ist die Zeit selbst \u2013 ob die Zeit des Lebens eines Menschen oder die Geschichte der gesamten Menschheit \u2013 die Erwartung und die Vorbereitung auf das Treffen mit Christus. Der gesamte Rhythmus des gottesdienstlichen Lebens ist die Erwartung und die Vorbereitung auf die g\u00f6ttliche Liturgie und demnach auf die Kommunion, wegen der die Liturgie vollzogen wird.<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span lang=\"de-DE\">I.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\"><u><b>Die Praxis der Kommunion und der Vorbereitung zu dieser \u00e4nderte sich im Laufe der Kirchengeschichte<\/b><\/u><\/span><span lang=\"de-DE\"><b> und nahm verschiedene Formen an.<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Bereits in der Zeit der Apostel entstand in der Kirche die Tradition, die Eucharistie jeden Sonntag zu vollziehen (nach M\u00f6glichkeit auch \u00f6fters, z. B. an Gedenktagen von M\u00e4rtyrern), damit die Christen immer in der Gemeinschaft mit Christus und miteinander sein konnten (siehe z. B. 1 Kor 10, 16-17; Apg 2, 46; Apg 20, 7). Alle Mitglieder der Ortsgemeinde nahmen an der w\u00f6chentlichen Eucharistie teil und gingen zur Kommunion. Die Verweigerung der Teilnahme an der eucharistischen Gemeinschaft ohne triftigen Grund hierf\u00fcr wurde ger\u00fcgt: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eAlle Gl\u00e4ubigen, welche in die Kirche gehen und die Schriften h\u00f6ren, aber nicht beim Danksagungsgebet und zur Heiligen Kommunion bleiben, sollen, weil sie in die Kirche Unordnung bringen, exkommuniziert werden\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (9. Kanon der Hl. Apostel). Diese Praxis der ersten Christen, die Kommunion bei jeder G\u00f6ttlichen Liturgie zu empfangen, bleibt auch in der heutigen Zeit ein Ideal, das Teil der \u00dcberlieferung der Kirche ist.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Im Laufe der Zeit f\u00fchrte das zahlenm\u00e4\u00dfige Wachstum der Kirche im 3. und besonders im 4. Jahrhundert zu Ver\u00e4nderungen, die auch das liturgische Leben betrafen. Mit dem Wachstum der Gedenktage der M\u00e4rtyrer und der Feiertage wurden die eucharistischen Versammlungen immer \u00f6fter abgehalten. Die Teilnahme eines jeden Christen an diesen wurde von vielen als w\u00fcnschenswert, nicht aber als notwendig angesehen, wie auch die Teilnahme an der Kommunion. Die Kirche hat dem folgende kanonische Norm entgegengestellt: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eAlle, die in die Kirche gehen und die Heiligen Schriften h\u00f6ren, jedoch &#8211; in gewisser Abweichung von der Ordnung &#8211; nicht am Gebet mit dem Volk teilnehmen oder die Teilnahme an der Heiligen Eucharistie meiden, sollen von der Kirche exkommuniziert werden, bis sie beichten, Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe bringen und um Vergebung bitten und dadurch diese erlangen k\u00f6nnen\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (2. Kanon des Konzils von Antiochia).<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Dennoch erwies sich das hohe Ideal der st\u00e4ndigen Bereitschaft zur Teilnahme an den Heiligen Mysterien f\u00fcr viele Christen als schwer erreichbar. Daher finden sich bereits in den Werken der Heiligen V\u00e4ter des 4. Jahrhunderts Zeugnisse \u00fcber die Existenz verschiedener Praktiken in Bezug auf die Regelm\u00e4\u00dfigkeit der Kommunion. So spricht der Heilige Basilios der Gro\u00dfe \u00fcber die w\u00f6chentlich viermalige Kommunion als von einer Norm: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eJeden Tag zu kommunizieren und an dem Heiligen Leib und Blut Christi teilzuhaben ist gut und n\u00fctzlich, weil [Christus] Selbst klar sagt: Wer Meinen Leib isst und Mein Blut trinkt, hat ewiges Leben. \u2026 Wir kommunizieren jede Woche vier Mal: am Sonntag, am Mittwoch, am Freitag und am Samstag, sowie an anderen Tagen, wenn das Ged\u00e4chtnis eines Heiligen ist\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (Brief 93 [89]). Weniger als ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter merkt der Heilige Johannes Chrysostomos an, dass viele, unter anderem M\u00f6nche, begonnen haben, nur ein-, zweimal im Jahr zu kommunizieren: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eViele nehmen an diesem Opfer einmal im ganzen Jahr teil, andere zweimal, und manche \u2013 mehrmals. Unsere Worte gelten f\u00fcr alle, nicht nur f\u00fcr diejenigen, die hier sind, sondern auch f\u00fcr diejenigen, die sich in der W\u00fcste befinden, denn diese kommunizieren auch einmal im Jahr, nicht selten aber \u2013 einmal in zwei Jahren. Wie ist es nun? Wem soll man beipflichten? Denjenigen, die einmal [im Jahr kommunizieren], oder denjenigen, die es oft, oder denjenigen, die es selten tun? Weder den einen, noch den anderen, noch den dritten, sondern denjenigen, die mit reinem Gewissen, mit reinem Herzen kommunizieren, mit einem untadeligen Leben. Diese sollen immer herantreten. Andere aber sollten auch nicht einmal [im Jahr die Kommunion nehmen]\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (Homilien \u00fcber den Brief an die Hebr\u00e4er 17, 4).<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Im 4. Jahrhundert wurde endg\u00fcltig die Norm fixiert, die sich bereits in der vorniz\u00e4ischen Epoche etablierte: die Pflicht des eucharistischen Fastens, der vollkommenen Enthaltung vom Essen und vom Trinken am Tag der Kommunion bis zum Empfang der Heiligen Mysterien Christi: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eDas Heilige Mysterium des Altars soll von Menschen vollzogen werden, die nicht gegessen haben\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (41. [50.] Kanon des Konzils von Karthago, vom 29. Kanon der Trullanischen Synode bekr\u00e4ftigt). Doch bereits an der Grenze zwischen dem 4. und dem 5. Jahrhundert verbinden manche Christen die Kommunion nicht nur mit der Einhaltung der eucharistischen Enthaltung vor der Liturgie, sondern, nach dem Zeugnis des Heiligen Johannes Chrysostomos, mit der Gro\u00dfen Fastenzeit. Der Heilige selbst ruft zur \u00f6fteren Kommunion auf: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eSag\u2019 an, ich bitte: nach einem Jahre wirst du des Genusses teilhaftig, glaubst du, dass vierzig Tage gen\u00fcgen, um dich f\u00fcr die ganze Zeit von deinen S\u00fcnden zu reinigen? Und sobald eine Woche verflossen ist, ergibst du dich wieder dem fr\u00fcheren Leben? Sage mir, wenn du, w\u00e4hrend vierzig Tagen von einer schweren Krankheit genesen, dich wieder den fr\u00fcheren Speisen, welche die Krankheit erzeugt haben, ergeben wolltest, w\u00fcrdest du dann nicht die ganze fr\u00fchere Arbeit vernichten? Das ist offenbar. [&#8230;] Vierzig Tage widmest du der Gesundheit der Seele, vielleicht auch nicht einmal vierzig, und du glaubst, Gott vers\u00f6hnt zu haben? [&#8230;] Dieses sage ich nicht, um euch von dem einmaligen und allj\u00e4hrlichen Zutritte abzuhalten, sondern ich w\u00fcnsche vielmehr, dass ihr euch dem Heiligen fortw\u00e4hrend nahet\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (Homilien \u00fcber den Brief an die Hebr\u00e4er 17, 4).<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">In Byzanz etablierte sich im M\u00f6nchtum zum 11.-12. Jahrhundert die Tradition, nur nach einer Vorbereitung zur Kommunion zu gehen. Diese beinhaltete Fasten, die Pr\u00fcfung des Gewissens vor dem geistlichen Vater des Klosters, das Lesen einer besonderen Gebetsregel, welche in dieser Epoche entsteht und sich zu entwickeln beginnt. Auf diese Tradition beginnen sich auch fromme Laien zu orientieren, da die monastische Spiritualit\u00e4t in der Orthodoxie immer als ein Ideal angesehen wurde. In einer der strengsten Formen findet sich die Tradition in den Anweisungen des russischen Typikons (Kapitel 32), das, im Unterschied zum Griechischen, siebent\u00e4giges Fasten vor der Kommunion vorschreibt.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Im Jahre 1699 wurde ins russische Liturgikon ein Artikel mit dem Namen \u201eLehrmitteilung\u201c (\u00ab<\/span>\u0423\u0447\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c\u043d\u043e\u0435 \u0438\u0437\u0432\u0435\u0441\u0442\u0438\u0435<span lang=\"de-DE\">\u00bb) aufgenommen. In diesem sind insbesondere Anweisungen zur vorgeschriebenen Dauer der Vorbereitung auf die Kommunion enthalten. In den vier mehrt\u00e4gigen Fastenzeiten k\u00f6nnen alle kommunizieren, die es w\u00fcnschen. Au\u00dferhalb der Fastenzeit sollte man sieben Tage fasten, wobei diese Zeit auch verk\u00fcrzt werden konnte: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eWenn au\u00dferhalb der vier Fastenzeiten jemand an die Heilige Kommunion herantreten m\u00f6chte, soll er vorher sieben Tage fasten, in der Kirche und zuhause beten (dies wenn dem nichts entgegen steht, notfalls soll man drei Tage oder nur einen Tag fasten)\u201c.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">In der Praxis f\u00fchrte jedoch die strenge Herangehensweise an die Vorbereitung zur Heiligen Kommunion, die auch positive geistliche Aspekte hatte, dazu, dass manche Christen lange Zeit nicht zur Kommunion gegangen sind, indem sie sich auf die Notwendigkeit der w\u00fcrdigen Vorbereitung beriefen. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Gegen diese Praxis der seltenen Kommunion war insbesondere die Norm \u00fcber die Pflicht aller Christen des Russischen Imperiums gerichtet, mindestens einmal im Jahr zur Kommunion zu gehen. Diese war im \u201eGeistlichen Reglement\u201c<\/span><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><span lang=\"de-DE\"> enthalten: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eJeder Christ muss oft, zumindest aber einmal im Jahr, an der Heiligen Eucharistie teilhaben. Dies ist auch unser bester Dank an Gott f\u00fcr die Errettung, die uns durch den Tod des Erl\u00f6sers gewirkt wurde&#8230; Deswegen, wenn ein Christ sich lange von der Heiligen Kommunion fernh\u00e4lt, zeigt er dadurch, dass er sich nicht im Leib Christi befindet, also auch nicht ein Mitglied der Kirche ist\u201c.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Im 19. und im beginnenden 20. Jahrhundert waren fromme Menschen bestrebt, wenigsten in allen vier mehrt\u00e4gigen Fastenzeiten zu kommunizieren. Viele Heilige jener Zeit, unter ihnen der Hierarch Theophan der Klausner, der Gerechte Johannes von Kronstadt und andere, haben dazu aufgerufen, an die Heiligen Mysterien noch \u00f6fters heranzutreten. Nach den Worten des Hl. Theophan, ist <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201edas Ma\u00df, einmal oder zweimal im Monat [zu kommunizieren], das angemessenste\u201c, <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">obwohl <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eman nichts verurteilendes sagen k\u00f6nnte\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> \u00fcber eine noch h\u00e4ufigere Teilnahme.<\/span><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><span lang=\"de-DE\"> Jeder Gl\u00e4ubige kann sich von folgenden Worten des Heiligen leiten lassen: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eNehme an den Heiligen Mysterien \u00f6fter teil, wie dein geistlicher Vater es dir erlaubt. Versuche jedoch, immer sowohl mit der n\u00f6tigen Vorbereitung, wie vielmehr mit Furcht und Zittern heranzutreten, damit du dich nicht gew\u00f6hnst und nicht mit Gleichg\u00fcltigkeit heranzutreten beginnst\u201c.<\/i><\/span><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Gro\u00dftat des Bekenntnisses der Kirche in der Zeit der Verfolgungen im 20. Jahrhundert hat viele Geistliche und Kinder der Kirche dazu bewogen, die fr\u00fchere Praxis der seltenen Kommunion zu \u00fcberdenken. Insbesondere hat der Patriarchale Interimssynod im Jahr 1931 in seinem Beschluss vom 13. Mai erkl\u00e4rt: \u201eDer Wunsch, dass orthodoxe Christen \u00f6fters zur Kommunion gehen, diejenigen, die geistliche Erfolge erzielen, auch jeden Sonntag, ist annehmbar.\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Zur jetzigen Zeit nehmen orthodoxe Christen viel \u00f6fter an der Kommunion teil, als die meisten Christen des vorrevolution\u00e4ren Russlands. Dennoch kann die Praxis der h\u00e4ufigen Kommunion nicht automatisch auf alle Gl\u00e4ubigen ohne Ausnahme ausgeweitet werden, da die H\u00e4ufigkeit der Kommunion direkt vom geistlich-moralischen Zustand des Menschen abh\u00e4ngig ist, damit die Gl\u00e4ubigen, nach den Worten des Chrysostomos, an die Kommunion der Heiligen Mysterien <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201emit reinem Gewissen, soweit dies uns m\u00f6glich ist\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> herantreten (Gegen die Juden, Wort 3, 4).<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span lang=\"de-DE\">II.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\"><u>Die Anforderungen zur Vorbereitung auf die Heilige Kommunion<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\"> werden f\u00fcr jeden Gl\u00e4ubigen durch die kirchlichen Vorschriften und Normen bestimmt, die vom geistlichen Vater angewendet werden \u2013 unter Ber\u00fccksichtigung der Regelm\u00e4\u00dfigkeit des Empfangs der Heiligen Gaben, des geistlichen, moralischen und k\u00f6rperlichen Zustands, der \u00e4u\u00dferen Lebensbedingungen, zum Beispiel solcher wie des Berufes, der Belastung durch die F\u00fcrsorge f\u00fcr seine N\u00e4chsten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Der geistliche Vater eines Menschen ist der Priester, bei dem dieser immer beichtet, der mit den Umst\u00e4nden seines Lebens und mit seinem geistlichen Zustand vertraut ist. Dabei k\u00f6nnen Gl\u00e4ubige auch bei einem anderen Priester beichten, wenn sie nicht bei ihrem geistlichen Vater beichten k\u00f6nnen. Wenn ein Gl\u00e4ubiger keinen geistlichen Vater hat, sollte er sich mit den Fragen, die die Kommunion betreffen, an die Priester der Kirche wenden, in der er kommunizieren m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Sowohl dem geistlichen Vater, der sich von den kirchlichen Vorschriften und Normen leiten l\u00e4sst und im Einklang mit diesen den Christen einweist, wie auch dem zur Kommunion gehenden muss bewusst sein, dass das Ziel der Vorbereitung nicht die \u00e4u\u00dferliche Verrichtung von formellen Bedingungen ist, vielmehr sind es das Erlangen eines Bu\u00dfzustands der Seele, die Vergebung von Kr\u00e4nkungen und Ver\u00e4rgerungen und die Vers\u00f6hnung mit N\u00e4chsten, die Vereinigung mit Christus in den Heiligen Mysterien. Das Fasten und das Gebet sind dazu bestimmt, dem sich auf die Kommunion Vorbereitenden zu helfen, diesen inneren Zustand zu erreichen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Der Worte des Erretters eingedenk, welche diejenigen anklagen, die den Menschen schwere und untragbare Lasten auferlegen (siehe Mt 23, 4), sollten sich die geistlichen V\u00e4ter bewusst sein, dass sowohl eine ungerechtfertigte Strenge, gleichwohl aber eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Nachsicht im Stande sind, die Vereinigung des Menschen mit dem Erretter Christus zu verhindern und ihm geistlichen Schaden zuzuf\u00fcgen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Vorbereitung der M\u00f6nche auf die Teilnahme am Mysterium der Eucharistie wird im Einklang mit dem Erlass \u00fcber Kl\u00f6ster und M\u00f6nche sowie mit den inneren Satzungen der Kl\u00f6ster praktiziert.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">1. <\/span><span lang=\"de-DE\"><u>Die Praxis des Vorbereitungsfastens<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\"> wird von der asketischen Tradition der Kirche geleitet. Das Fasten in Form der Zur\u00fcckhaltung von Fleisch- und Milchprodukten sowie von Vergn\u00fcgen, begleitet vom inst\u00e4ndigen Gebet und von der Bu\u00dfe, geht traditionsgem\u00e4\u00df der Teilnahme an den Heiligen Mysterien voran. Die L\u00e4nge und das Ma\u00df des Fastens vor der Heiligen Kommunion k\u00f6nnen abh\u00e4ngig vom inneren Zustand des Christen und von den objektiven Bedingungen seines Lebens unterschiedlich sein. Im Einzelfall kann das Fasten bei akuten und chronischen Erkrankungen, die ein besonderes Ern\u00e4hrungsregime erfordern, bei Frauen w\u00e4hrend der Schwangerschaft und der Stillzeit, verk\u00fcrzt, gemildert oder aufgehoben werden. Das gilt auch f\u00fcr Christen, die sich kurzzeitig oder st\u00e4ndig in Bedingungen befinden, die eine gemeinsame Ern\u00e4hrung vorsehen (Kasernen, Kranken- und Waisenh\u00e4user, Sonderschulen, Haftanstalten).<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Praxis, die sich in unserer Zeit entwickelt hat, laut welcher diejenigen, die nur mehrmals im Jahr zur Kommunion gehen, drei Tage lang fasten m\u00fcssen, entspricht vollst\u00e4ndig der \u00dcberlieferung der Kirche. Ebenfalls sollte man die Praxis als annehmbar anerkennen, laut welcher diejenigen, die jede Woche bzw. mehrmals im Monat zur Kommunion gehen und dabei die von der Satzung vorgeschriebenen mehrt\u00e4gigen und eint\u00e4gigen Fastenzeiten einhalten, an den Heiligen Kelch ohne zus\u00e4tzliches Fasten herantreten, bzw. einen Tag oder am Vorabend der Kommunion fasten. Die Entscheidung diesbez\u00fcglich sollte mit dem Segen des geistlichen Vaters getroffen werden. Die Anforderungen f\u00fcr die Heilige Kommunion, die an die oft kommunizierenden Laien gerichtet sind, gelten auch f\u00fcr die Geistlichen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Einen besonderen Fall in Bezug auf die Vorbereitung auf die Heilige Kommunion bildet die Lichte Woche \u2013 die Woche nach dem Fest der Auferstehung Christi. Die alte kanonische Norm des 7. Jahrhunderts \u00fcber die obligatorische Teilnahme aller Gl\u00e4ubigen an der Sonntagseucharistie wurde auch auf die G\u00f6ttlichen Liturgien aller Tage der Lichten Woche ausgeweitet: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eVom heiligen Tag der Auferstehung unseres Gottes Christus bis zum n\u00e4chsten Sonntag, in der ganzen Woche sollen sich die Gl\u00e4ubigen in der heiligen Kirche st\u00e4ndig in Psalmen und geistlichen Ges\u00e4ngen \u00fcben, sich freuend und in Christus frohlockend, den G\u00f6ttlichen Schriften aufmerksam zuh\u00f6rend, die Heiligen Mysterien genie\u00dfend. Denn auf diese Weise werden wir zusammen mit Christus auferstehen und zum Himmel fahren\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (66. Kanon der Trullanischen Synode). Aus diesem Kanon geht deutlich hervor, dass Laien aufgerufen sind, bei den Liturgien der Lichten Woche zu kommunizieren. Unter Ber\u00fccksichtigung dessen, dass die Satzung in der Lichten Woche kein Fasten vorsieht und dass der Lichten Woche sieben Wochen der Gro\u00dfen Fastenzeit und die Karwoche vorangehen, muss man die in vielen Gemeinden der Russische Orthodoxen Kirche etablierte Praxis als der kanonischen \u00dcberlieferung entsprechend ansehen, bei der die Gl\u00e4ubigen, welche die Gro\u00dfe Fastenzeit eingehalten haben, in der Lichten Woche zur Heiligen Kommunion ohne zu fasten herantreten, au\u00dfer der Enthaltung vom Essen nach Mitternacht. Eine entsprechende Praxis kann auf den Zeitraum zwischen Weihnachten und Theophanie ausgeweitet werden. Wer sich in diesen Tagen auf die Kommunion vorbereitet, sollte sich in besonderer Weise vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Konsum von Essen und Trinken h\u00fcten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">2. Vom Vorbereitungsfasten muss man das <\/span><span lang=\"de-DE\"><u>eucharistische Fasten<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\"> an sich unterschieden \u2013 die volle Enthaltung von Essen und Trinken ab Mitternacht bis zur Heiligen Kommunion. Dieses Fasten ist kanonisch unabdingbar (siehe oben, Kanon 41 [50] des Konzils von Karthago). Dabei wird die Anforderung des eucharistischen Fastens nicht an Kleinkinder gestellt, nicht an Sterbende, sowie nicht an Personen, die an akuten und chronischen Krankheiten leiden, welche eine nicht zu unterlassene Aufnahme von Medikamenten und Nahrung erfordern (z. B. bei Diabetis). Au\u00dferdem kann diese Anforderung nach Ermessen des geistlichen Vaters in Bezug auf schwangere und stillende Frauen abgemildert werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Das kanonische Recht sieht in der Zeit der Vorbereitung auf die Heilige Kommunion die Enthaltung vom Ehebett vor. Die f\u00fcnfte Regel des Timotheus von Alexandrien spricht von der Enthaltung am Abend vor der Kommunion.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Kirche ruft die Christen auf, die der Angewohnheit zu rauchen unterliegen, sich von dieser abzuwenden. Diejenigen, die momentan nicht die Kraft daf\u00fcr haben, sollen sich des Rauchens ab Mitternacht enthalten, und nach M\u00f6glichkeit \u2013 ab dem Abend vor der Kommunion.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Da die Liturgie der vorgeweihten Gaben gem\u00e4\u00df der Satzung mit dem Abendgottesdienst verbunden ist, ist ihre Zelebration in der Abendzeit eine Norm der Satzung (dennoch wird diese in der Praxis normalerweise morgens zelebriert). Gem\u00e4\u00df der Entscheidung der Geweihten Synode der Russischen Orthodoxen Kirche vom 28. November 1968:<\/span><span lang=\"de-DE\"><i> \u201ebeim Vollzug der G\u00f6ttlichen Liturgie der Vorgeweihten Gaben in den Abendstunden muss die Enthaltung von Essen und Trinken nicht weniger als 6 Stunden sein, obwohl die Enthaltung vor der Kommunion ab Mitternacht des entsprechenden Tages sehr zu loben ist. Diese k\u00f6nnen diejenigen einhalten, die entsprechende physische St\u00e4rke haben\u201c.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Auf eine Norm der Enthaltung von sechs Stunden sollte man sich ebenfalls bei der Vorbereitung auf die Kommunion zur G\u00f6ttlichen Liturgie orientieren, die in der Nacht zelebriert wird (z.B. an den Festen der Heiligen Auferstehung und der Geburt Christi).<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">3. Die Vorbereitung auf die Kommunion besteht nicht nur in der Enthaltung vom entsprechenden Essen, sondern auch in der \u00f6fteren Teilnahme an kirchlichen Gottesdiensten, sowie im Vollzug einer bestimmten <\/span><span lang=\"de-DE\"><u>Gebetsregel<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\">.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Ein unver\u00e4nderbarer Teil der Gebetsvorbereitung ist die Ordnung zur Heiligen Kommunion, die aus dem entsprechenden Kanon und Gebeten besteht. Die Gebetsregel beinhaltet normalerweise auch die Kanones an den Erl\u00f6ser, die Gottesmutter, den Schutzengel und andere Gebete (siehe \u201eRegel f\u00fcr die, die sich auf die Zelebration vorbereiten, sowie f\u00fcr diejenigen, die die Heiligen G\u00f6ttlichen Mysterien, den Leib und das Blut unseres Herrn Jesus Christus empfangen wollen\u201c im Erweiterten Psalter). In der Lichten Woche besteht die Gebetsregel aus dem Auferstehungskanon, sowie aus dem Kanon und den Gebeten zur Heiligen Kommunion. Die private Gebetsregel muss au\u00dferhalb der Gottesdienste vollzogen werden, welche immer ein gemeinsames Gebet vorsehen. Einer besonderen pastoralen Aufmerksamkeit bed\u00fcrfen Menschen, deren geistlicher Weg in der Kirche erst beginnt und die noch nicht an lange Gebetsregeln gewohnt sind, sowie Kinder und Kranke. Das Erweiterte Psalter sieht die M\u00f6glichkeit vor, die Kanones und die Akathiste durch das Jesusgebet und durch Metanien (Verbeugungen) zu ersetzen. Im Geiste dieser Vorschriften kann die erw\u00e4hnte Regel nach dem Segen des geistlichen Vaters mit anderen Gebeten angepasst werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Da die Liturgie der Gipfel des gesamten Gottesdienstkreises ist, ist die Anwesenheit bei den Gottesdiensten, die ihr vorangehen, in erster Linie der Vesper und des Orthros (oder der Vigil) ein wichtiger Teil bei der Vorbereitung auf den Empfang des Leibes und des Blutes Christi.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Der geistliche Vater oder der Priester, der die Beichte abnimmt, muss, soweit ein Mensch am Abendgottesdienst vor der Kommunion gefehlt hat oder die Gebetsregel nicht in vollem Umfang abgehalten hat, diesen zur gr\u00fcndlicheren Vorbereitung zur Kommunion ermutigen, gleichwohl aber die Lebensumst\u00e4nde und m\u00f6gliche triftige Gr\u00fcnde ber\u00fccksichtigen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Um sich auf den Empfang der Heiligen Mysterien Christi beim Gottesdienst vorzubereiten, m\u00fcssen sich die Kinder der Kirche im Gotteshaus zum Beginn des Gottesdienstes versammeln. Es ist eine Nichtachtung des Mysteriums des Leibes und des Blutes Christi, wenn jemand zur G\u00f6ttlichen Liturgie zu sp\u00e4t kommt, besonders wenn Gl\u00e4ubige nach der Lesung des Apostels und des Evangeliums kommen. Im Fall einer solchen Versp\u00e4tung kann der Priester, der die Kommunion austeilt, die Entscheidung treffen, diese Menschen nicht zum Heiligen Kelch zuzulassen. Eine Ausnahme muss f\u00fcr Menschen mit eingeschr\u00e4nkten k\u00f6rperlichen M\u00f6glichkeiten gemacht werden, sowie f\u00fcr stillende M\u00fctter, Kleinkinder und die Erwachsenen, die diese begleiten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Nach der G\u00f6ttlichen Liturgie muss der Christ die Dankgebete nach der Heiligen Kommunion in der Kirche anh\u00f6ren oder diese lesen. Er sollte mit seinen ganzen Kr\u00e4ften danach streben, dem Herrn im Gebet f\u00fcr die empfangene Gabe dankend, diese in Frieden und Fr\u00f6mmigkeit, in der Liebe zu Gott und dem N\u00e4chsten zu bewahren.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Im Hinblick auf die untrennbare Verbindung der Kommunion mit der G\u00f6ttlichen Liturgie, darf die Geistlichkeit die Praxis nicht zulassen, bei der in einzelnen Kirchen den Gl\u00e4ubigen untersagt wird, an den Festen der Auferstehung, Geburt und Theophanie Christi, sowie an den Samstagen des Totengedenkens und zu Radoniza zur Kommunion zu gehen.<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span lang=\"de-DE\">III.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Der sich auf die Kommunion Vorbereitende vollzieht eine Pr\u00fcfung seines Gewissens, die eine aufrichtige <\/span><span lang=\"de-DE\"><u>Reue \u00fcber die begangenen S\u00fcnden und ihre Offenbarung vor dem Priester im Mysterium der Beichte<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\"> vorsieht. In den Bedingungen, bei denen viele derjenigen, die in die Kirchen kommen, noch nicht ausreichend im kirchlichen Leben verwurzelt sind und die moralischen und kanonischen Folgen ihrer s\u00fcndigen Taten nicht verstehen, erm\u00f6glicht die Beichte dem Priester dar\u00fcber zu urteilen, ob der B\u00fc\u00dfende zur Teilnahme an den Heiligen Mysterien Christi zugelassen werden kann.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">In einzelnen F\u00e4llen kann gem\u00e4\u00df der Praxis, die sich in vielen Gemeinden etabliert hat, der geistliche Vater Laien dazu segnen, an dem Leib und dem Blut Christi mehrmals im Laufe einer Woche (z. B. w\u00e4hrend der Kar- oder der Lichten Woche) teilzuhaben, ohne einer vorangehenden Beichte vor jeder Kommunion. Das gilt nicht f\u00fcr Situationen, wenn derjenige, der die Kommunion empfangen m\u00f6chte, die Notwendigkeit der Beichte versp\u00fcrt. Bei einem solchen Segen m\u00fcssen sich die geistlichen V\u00e4ter in besonderer Weise an die gro\u00dfe Verantwortung f\u00fcr die Seelen der Herde erinnern, die ihnen im Mysterium des Priestertums auferlegt wurde.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a name=\"_GoBack\"><\/a><span lang=\"de-DE\">In manchen Gemeinden entsteht vor dem Beginn der Laienkommunion eine lange Wartezeit. Dies passiert wegen der langen Kommunion der Priester bei der Zelebration von Gottesdiensten mit vielen Geistlichen oder wegen des Vollzugs der Beichte nach dem Kommunionvers. Eine solche Lage muss als unerw\u00fcnscht erkannt werden. Das Mysterium der Bu\u00dfe muss nach M\u00f6glichkeit au\u00dferhalb der G\u00f6ttlichen Liturgie vollzogen werden, um den Beichtvater und den Beichtenden nicht um die vollwertige Teilnahme an dem gemeinsamen eucharistischen Gebet zu bringen. Unzul\u00e4ssig ist der Vollzug der Beichte durch einen bei der Liturgie helfenden Priester w\u00e4hrend der Lesung des Evangeliums und des Eucharistischen Kanons. Die Beichte sollte vorzugsweise am Abend oder bis zum Beginn der G\u00f6ttlichen Liturgie vollzogen werden. Au\u00dferdem ist es wichtig, in den Gemeinden fixierte Tage und Stunden festzulegen, zu denen ein Priester zur Begegnung mit denen zu Verf\u00fcgung steht, die den Wunsch zum Gespr\u00e4ch mit einem Hirten haben.<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span lang=\"de-DE\">IV.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\"><u>Es ist m\u00f6glich, die Kommunion <\/u><\/span><span lang=\"de-DE\">im Zustand von Grimm, Wut, mit schweren nicht gebeichteten S\u00fcnden und nicht verziehenen Kr\u00e4nkungen zu empfangen. Diejenigen, die es wagen, in einem solchen Zustand an die Kommunion heranzutreten, setzen sich selbst dem Gericht Gottes aus, nach dem Wort des Apostels: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eDenn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst das Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt. Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein guter Teil ist entschlafen\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (1 Kor 11, 29-30).<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Beim Begehen schwerer S\u00fcnden ist die Anwendung der Kanones \u00fcber den Ausschluss von der Kommunion f\u00fcr l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume (\u00fcber ein Jahr) nur mit dem Segen des Di\u00f6zesanbischofs m\u00f6glich. Begeht ein Priester Missbrauch in Bezug auf das Recht, Bu\u00dfe aufzuerlegen, kann der Fall zur Untersuchung dem Kirchengericht vorgelegt werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Kanones untersagen die Kommunion im Zustand der weiblichen Unreinheit (2. Regel des Hl. Dionysios von Alexandrien, 7. Regel des Timotheus von Alexandrien). Eine Ausnahme kann im Falle der Todesgefahr gemacht werden, sowie wenn der Blutfluss l\u00e4ngere Zeit im Zusammenhang mit einer chronischen oder akuten Krankheit andauert.<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span lang=\"de-DE\">V.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Wie in der Sozialdoktrin der Russischen Orthodoxen Kirche (X. 2), sowie im Beschluss der Geweihten Synode der Russischen Orthodoxen Kirche vom 28. Dezember 1998 vermerkt ist, besteht die Kirche auf der <\/span><span lang=\"de-DE\"><u>Notwendigkeit der kirchlichen Ehe<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\">. Dabei werden die Eheleute nicht von der Kommunion ausgeschlossen, die in einem Ehebund sind, der unter Annahme aller gesetzlichen Rechte und Pflichten geschlossen wurde und juristisch als vollwertige Ehe angesehen wird, aber aus irgendwelchen Gr\u00fcnden nicht durch die Kr\u00f6nung geweiht wurde. Das ist eine Ma\u00dfnahme der kirchlichen Oikonomia, die sich auf die Worte des Hl. Apostels Paulus (1 Kor 7, 14) und auf den 72. Kanon der Trullanischen Synode st\u00fctzt. Das Ziel ist, den orthodoxen Christen die Teilnahme am kirchlichen Leben zu erleichtern, die vor ihrer bewussten Teilnahme an den Mysterien der Kirche die Ehe eingegangen sind. Im Gegensatz zum unz\u00fcchtigen Zusammenleben, das ein kanonisches Hindernis zur Teilnahme an der Kommunion ist, stellt ein solcher Bund eine legitime Ehe dar. (Ausnahmen sind die F\u00e4lle, in denen die gesetzlich erlaubten \u201eEhen\u201c, z. B. der Bund zwischen nahestehenden Verwandten oder gleichgeschlechtliches Zusammenleben, die in bestimmten L\u00e4ndern zugelassen sind, vom Standpunkt der Kirche aus prinzipiell unstatthaft sind.) Dennoch ist es die Pflicht der Hirten, die Gl\u00e4ubigen nicht nur an die Notwendigkeit der Schlie\u00dfung juristisch g\u00fcltiger Ehen sondern auch ihrer Weihe im kirchlichen Mysterium zu erinnern.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Einer besonderen Pr\u00fcfung unterliegen jene F\u00e4lle, bei denen Personen lange Zeit zusammen leben, nicht selten gemeinsame Kinder haben, jedoch nicht im kirchlichen oder registrierten staatlichen Ehebund sind, wobei einer von ihnen weder staatlich heiraten noch sich kr\u00f6nen lassen m\u00f6chte. Solches Zusammenleben ist s\u00fcndhaft und seine Verbreitung in der Welt ist ein Aufbegehren gegen den Plan Gottes vom Menschen, gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Institution der Familie und kann keinerlei Anerkennung seitens der Kirche bekommen. Dabei kann der geistliche Vater, die Lebensbedingungen des konkreten Menschen kennend, in Ausnahmef\u00e4llen, mit Nachsicht auf die menschliche Schw\u00e4che, die Person zur Kommunion zulassen, welche die S\u00fcndhaftigkeit dieses Zusammenlebens versteht und die Schlie\u00dfung einer legitimen Ehe anstrebt. Die Person, wegen welcher die Ehe nicht geschlossen wird, wird nicht zur Kommunion zugelassen. Wenn zumindest eine der Seiten noch verheiratet ist, k\u00f6nnen beide vor einer entsprechenden Regulierung der Situation und der Verrichtung der entsprechenden Bu\u00dfe nicht zur Kommunion zugelassen werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span lang=\"de-DE\">VI.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Ihre Besonderheiten hat die <\/span><span lang=\"de-DE\"><u>Vorbereitung der Kinder auf die Kommunion<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\">. Ihre L\u00e4nge und ihr Inhalt werden von den Eltern<\/span><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><span lang=\"de-DE\"> unter Beratung des geistlichen Vaters bestimmt. Sie m\u00fcssen das Alter, den Gesundheitszustand und das Ma\u00df der Integration des Kindes in die Kirche ber\u00fccksichtigen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Eltern, die ihre Kinder regelm\u00e4\u00dfig zum Heiligen Kelch f\u00fchren, m\u00fcssen jedoch \u2013 damit es Segen bringt &#8211; danach streben, gemeinsam mit ihnen die Kommunion zu empfangen (wenn beide Elternteile nicht gleichzeitig zur Kommunion gehen k\u00f6nnen, sollten sie es abwechselnd tun). Die Praxis, dass Eltern ihre Kinder oft zur Kommunion f\u00fchren, selbst jedoch selten an diese herantreten, verhindert, dass die Notwendigkeit der Teilnahme an dem eucharistischen Mal im Bewusstsein der Kinder bekr\u00e4ftigt wird.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die erste Beichte vor der Kommunion findet gem\u00e4\u00df der 18. Regel des Hl. Timotheus von Alexandrien mit dem Erreichen des zehnten Lebensjahres statt. In der Tradition der Russischen Orthodoxen Kirche findet die erste Beichte in der Regel im Alter von sieben Jahren statt. Soweit das Kind jeden Sonntag zur Kommunion geht, m\u00fcssen das Alter der ersten Beichte und die Frequenz der Beichten bei Kindern zwischen 7 und 10 Jahren zusammen vom geistlichen Vater und von den Eltern bestimmt werden, unter Ber\u00fccksichtigung der individuellen Besonderheiten der Entwicklung des Kindes und seines Verst\u00e4ndnisses des Kirchenlebens.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">F\u00fcr Kinder unter drei Jahren ist das eucharistische Fasten nicht vorgeschrieben. Nach der Tradition werden Kinder ab dem Alter von drei Jahren in orthodoxen Familien allm\u00e4hlich daran gew\u00f6hnt, sich vor der Kommunion der Heiligen Mysterien von Essen und Trinken zu enthalten. Bei Erreichen des Alters von sieben Jahren muss das Kind sich fest daran gew\u00f6hnt haben, n\u00fcchtern zur Kommunion zu gehen. Ab diesem Zeitpunkt sollte man das Kind lehren, Gebete zur Heiligen Kommunion zu lesen. Ihr Inhalt und ihr Umfang werden von den Eltern des Kindes im Zusammenhang mit dem Alter sowie der geistlichen und intellektuellen Entwicklung des Kindes bestimmt.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Taufpaten m\u00fcssen sich mit allen Kr\u00e4ften an der Erziehung der Kinder zur Fr\u00f6mmigkeit beteiligen, indem sie diese unter anderem dazu anregen, regelm\u00e4\u00dfig an den Heiligen Mysterien Christi teilzunehmen und den Eltern zu helfen, die Kinder zum Heiligen Kelch zu f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\">***<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span lang=\"de-DE\">Die Eucharistie ist das zentrale Mysterium (Sakrament) der Kirche. Die regelm\u00e4\u00dfige Kommunion ist einem Menschen f\u00fcr die Rettung notwendig, gem\u00e4\u00df den Worten unseres Herrn Jesus Christus: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eWahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und Sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst. Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und Ich werde ihn auferwecken am J\u00fcngsten Tag\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (Joh 6, 53-54).<\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><sup>\u0002<\/sup> \u0420\u0435\u0433\u043b\u0430\u043c\u0435\u043d\u0442 \u0438\u043b\u0438 \u0423\u0441\u0442\u0430\u0432 \u0434\u0443\u0445\u043e\u0432\u043d\u043e\u0439 \u043a\u043e\u043b\u043b\u0435\u0433\u0438\u0438 \u0438\u0437\u0434\u0430\u043d \u0438\u043c\u043f\u0435\u0440\u0430\u0442\u043e\u0440\u043e\u043c \u041f\u0435\u0442\u0440\u043e\u043c I \u0432 1721 \u0433\u043e\u0434\u0443.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a><sup>\u0002<\/sup> \u0421\u0432\u044f\u0442\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c \u0424\u0435\u043e\u0444\u0430\u043d \u0417\u0430\u0442\u0432\u043e\u0440\u043d\u0438\u043a. \u041f\u0438\u0441\u044c\u043c\u0430. V, 757.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a><sup>\u0002<\/sup> \u0421\u0432\u044f\u0442\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c \u0424\u0435\u043e\u0444\u0430\u043d \u0417\u0430\u0442\u0432\u043e\u0440\u043d\u0438\u043a. \u041f\u0438\u0441\u044c\u043c\u0430. IV, 693.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a><sup>\u0002<\/sup><span lang=\"de-DE\"> Hier und weiter: wenn die Eltern fehlen oder wenn ihnen das Sorgerecht entzogen wurde, werden die entsprechenden Pflichten den nahestehenden Verwandten, Pflegeeltern oder F\u00fcrsorgern auferlegt.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkung: dieses Dokument wurde von der Bischofsversammlung der Russischen Orthodoxen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":150,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-9719","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.9 - 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