07 Juli 2026 -
Am 7. Juli 2026, dem Fest der Geburt des Propheten, Vorläufers und Täufers des Herrn Johannes, feierte Erzbischof Tichon von Rusa, der Leiter der Diözese Berlin-Deutschland, die Göttliche Liturgie in der Gemeinde zu Ehren der heiligen seligen Xenia von Petersburg in Rostock.
Seiner Eminenz konzelebrierten der Gemeindepfarrer Priester Theodor Freyberger, Erzdiakon Archil Chkhkvadze und Diakon Johannes Almeyev.
Nach der inbrüstigen Ektenie wurde ein Friedensgebet gesprochen.
Nach dem Kommunions gesang wandte sich Erzbischof Tichon mit einer Predigt an die Gemeindemitglieder:
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Ich gratuliere allen zum Fest der Geburt des heiligen Johannes des Vorläufers. Dieses Fest gehört nicht zu den zwölf großen Festen, wohl aber zu den großen kirchlichen Festtagen. Dafür gibt es viele Gründe. Der heilige Johannes der Täufer ist im Leben der Kirche so bedeutend, dass sie alle wichtigen Ereignisse seines Lebens feiert: seine wundersame Empfängnis und Geburt, sie verherrlicht ihn am zweiten Tag nach der Taufe des Herrn, gedenkt der Enthauptung seines ehrwürdigen Hauptes und seiner dreimaligen Auffindung. Aus der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments wissen wir, wie bedeutsam die Person des heiligen Johannes für die Heilsökonomie des Menschengeschlechts ist.
Sein Erscheinen auf der Welt war außergewöhnlich. Es wurde dem prophetischen Blick lange vor seiner Geburt offenbart. Siebeneinhalb Jahrhunderte zuvor sagte der Prophet Jesaja ihn voraus und nannte ihn ‚eine Stimme eines Rufenden in der Wüste‘ (Jes 40, 2). Der Prophet Maleachi sagte vier Jahrhunderte vor seiner Geburt einen ‚Engel, der gesandt wurde, um dem Herrn den Weg zu bereiten‘, voraus (Mal 3, 1). Nach dem Wort des Herrn selbst ist Johannes der Vorläufer ‚der Größte aller auf Erden Geborenen (Mt 11, 11). Das Hauptwerk seines Lebens und Dienstes war die Predigt der Buße und die Vorbereitung der Menschen auf die Ankunft des Messias. Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe (Mt 3, 2), rief er aus. Durch sein asketisches Leben und seinen Märtyrertod bezeugte er den Menschen, dass Gott im Fleisch erschienen ist.
Auf den ersten Blick erscheint das Leben Johannes des Vorläufers in seiner Höhe unnachahmlich. Er ist von Mutterleib an auserwählt, seine Empfängnis wird von den Propheten verkündet, sein zukünftiger Dienst wird vorherbestimmt, und auch die Herrlichkeit, die ihn im Gnadenreich erwartet, wird verkündet. ‚Wir alle Christen, bemerkt der heilige Theophan der Einsiedler, sind von Mutterleib an auserwählt uns ist unsere Bestimmung und die uns erwartende Herrlichkeit vorherverkündet. Gott hat uns in Christus Jesus erwählt vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig seien, Erben des ewigen Lebens. Auf welche Weise aber, Brüder und Schwestern, können wir den Täufer des Herrn würdig ehren?
Der heilige Johannes bereitete sich auf seinen Dienst in der Wüste vor, indem er sich von der Sünde und den Leidenschaften der Welt fern hielt. Auch wir sollten den weltlichen Bräuchen entfliehen, die der Seele schaden und sie der Gnade berauben. Zum Dienst berufen wird der heilige Johannes durch die Stimme Gottes. Wer auf sich selbst achtet, hört diese Stimme und ist bestrebt, in allem nach dem Willen Gottes zu handeln. Seinen Dienst verrichtet der Heilige eifrig und ohne Ansehen der Person. Auch wir sollten gewissenhaft sein und fleißig zum Wohl unseres Nächsten und zur Ehre Gottes arbeiten. Wegen seiner Anklage der Ungerechtigkeit wurde der heilige Johannes ins Gefängnis geworfen und erlitt den Märtyrertod. Auch wir müssen mit Glauben und Hoffnung auf Gott Krankheiten und Leiden ertragen, um das Reich Gottes zu erben, stets eingedenk der Worte des Apostels, dass, die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll (Röm 8,18).
Nach unseren Kräften, Brüder und Schwestern, lasst uns dem asketischen Leben des heiligen Johannes des Vorläufers nacheifern und ihn so würdig ehren und verherrlichen. Indem wir auf die Stimme des heiligen Johannes des Vorläufers, des Lehrers der Buße, hören, möge uns in den Augenblicken unseres betenden Gebetes zu Gott niemals die demütige und bußfertige Gesinnung des Herzens verlassen. Der Heilige weiß sehr wohl, dass ‚ein zerknirschtes und demütiges Herz Gott nicht verschmäht (Ps 50,19). Nach dem Vorbild Johannes des Vorläufers lasst uns in unserem Leben vor allem Gott lieben und das Gebotene erfüllen, und Gott wird uns lieben (Joh 14,21). Lasst uns ihm dienen mit Furcht und Zittern (Ps 2,11), und Gott wird es uns hundertfach vergelten, Er wird uns das Himmelreich schenken Amen.“
Nach dem Gottesdienst wurde die Lobpreisung Johannes des Täufers gesungen und Erzbischof Tichon las ein Gebet zu dem verehrten Heiligen.
Priester Theodor Freiberger dankte dem Diözesanbischof für die Freude des gemeinsamen Gebets. Anschließend wurde den Teilnehmern des Gottesdienstes ein feierliches essen angeboten.


