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07 Juni 2026 - Am Allerheiligen-Sonntag hielt Erzbischof Tichon die Liturgie in der Auferstehungskirche in Berlin

Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche (KdöR) > Aktuell > Am Allerheiligen-Sonntag hielt Erzbischof Tichon die Liturgie in der Auferstehungskirche in Berlin

Am 7. Juni 2026, am ersten Sonntag nach Pfingsten, dem Allerheiligen-Sonntag, hielt Erzbischof Tichon von Ruza, der Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin.

Seiner Eminenz konzelebrierten der Sekretär der Diözese und Domkapitular Erzpriester Michail Divakov, Erzpriester Ilja Chirin, Hieromonch Ilarion (Reznichenko), Erzdiakon Vitali Sadakov, Erzdiakon Archil Chkhvkadze, Diakon Michail Koch und Diakon Rostislav Ustimenko.

Nach der inbrünstigen Ektenie wurde ein Gebet für den Frieden gesprochen.

Der Gottesdienst wurde in kirchenslawischer und deutscher Sprache abgehalten.

Den Gesang während des Gottesdienstes übernahm ein gemischter Jugendchor unter der Leitung des Chorleiters und Lektors Matthäus Kobro. Der Chor setzte sich aus Teilnehmern des ersten Jugendgesangskongresses der Diözese von Berlin und Deutschland zusammen, der vom 4. bis 7. Juni in der Pfarrei des Heiligen Gleichapostlichen Großfürsten Wladimir in Marzahn (Berlin) stattfand.

Nach Abschluss der Liturgie wurde die Lobpreisung aller Heiligen vollzogen. Erzbischof Tichon sprach ein Gebet und hielt anschließend eine Predigt zum Thema der sonntäglichen Evangeliumslesung:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Zum Abschluss der Festtage der Auferstehung Christi, seiner Himmelfahrt und der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel hat die Heilige Kirche diesen Sonntag, Brüder und Schwestern, dazu bestimmt, aller Heiligen zu gedenken, die seit jeher Gott gefallen sind. Alle Heiligen, die verherrlicht sind und bereits im Himmel jubeln – sie sind die gesegnete Frucht des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi, Gottes, der zu unserem Heil Mensch geworden ist. Sie sind die gnadenreichen Früchte des Kommens des Allerheiligsten Geistes und seines Verbleibens in der Kirche Christi.

Die Heiligen Gottes sind eine unzählbare Schar, wie die Sterne am Himmel. Nicht alle Menschen, die Gott gefallen haben, sind der Welt bekannt. Viele Asketen vollbrachten ihre Taten still und zurückgezogen, sodass niemand von ihrer Existenz wusste. Um ihnen gegenüber nicht vergesslich zu sein, verherrlicht die Kirche sie heute zusammen mit den ihr bekannten Heiligen. Unter den Heiligen befinden sich Menschen unterschiedlichen Standes und unterschiedlicher Stellung. Sie alle strebten zu Gott, und jeder von ihnen vollbrachte sein Heil entsprechend seiner geistlichen Berufung. Die einen gefielen Gott durch die Verkündigung des Wortes Gottes, andere bezeugten ihre Treue zu Christus durch das Märtyrertod, wieder andere entsagten der Welt, übten sich in Fasten und Gebet und töteten ihr Fleisch durch Enthaltsamkeit, während andere, die in der Welt blieben, Gott durch ihr gerechtes und frommes Leben gefielen.

Sie alle verband ein fester Glaube an Christus, eine unerschütterliche Hoffnung auf Ihn und eine glühende Liebe zu Ihm. Um des Herrn willen vollbrachten sie vielfältige Taten, ertrugen mit Freude Entbehrungen, Kränkungen, Leiden, Schmähungen, Krankheiten und den Tod selbst. Da sie den Herrn liebten, bewahrten die Heiligen ihm bis zum Ende ihres Lebens Treue und Liebe. Ihre Hoffnungen waren nicht vergeblich, und nach dem Ende ihres irdischen Lebens vereinigten sie sich mit dem Herrn im Himmelreich und schlossen sich miteinander zusammen. Es hat sich erfüllt, wonach sie in ihrem irdischen Leben gestrebt hatten. Nun preisen sie vor dem Thron Gottes gemeinsam mit den Engeln Gott und beten für uns und euch.

Wenn wir die Seiten der Geschichte umblättern, auf denen das Leben der Heiligen festgehalten ist, lesen wir ihre an uns gerichteten Vermahnungen. Sie rufen uns dazu auf, Gottes Gebot zum Gesetz unseres Lebens zu machen: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ (Mt 6,33). In jedem Stand und jeder gesellschaftlichen Stellung diene Gott und den Menschen, und alles, was du im irdischen Leben brauchst, wird dir zuteilwerden und gegeben werden. Die Gottgefälligen wurden nicht als Heilige geboren. Wie wir kamen sie schwach zur Welt, mit einem zur Sünde neigenden Fleisch, anfällig für Verlockungen und Versuchungen. Doch sie kämpften gegen die Sünde, zügelten die sündigen Leidenschaften durch Enthaltsamkeit, kreuzigten ihr Fleisch durch Selbstverleugnung, besiegten die Versuchungen durch Geduld und Gottesfurcht. In einem harten Kampf erlangten sie die Heiligkeit und die himmlische Seligkeit.

Und auch wir, Brüder und Schwestern, können und müssen danach streben, was die Heiligen erreicht haben. Wir verfügen über dieselben Gnadenmittel, die auch sie hatten. „Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit notwendig ist, ist uns geschenkt“ (2 Petr 1,3), sagt der heilige Apostel. Lasst uns danach streben, den Heiligen nachzueifern. Dazu müssen wir ihnen nicht nur im Glauben, sondern auch im Leben folgen. Wir müssen uns ihre Sitten und Gebräuche aneignen, ihre heiligen Taten und ihre unerschütterliche Standhaftigkeit bei der Erfüllung der Gebote Gottes, ihren Eifer für die Frömmigkeit und ihr Streben nach dem ewigen Leben. Lasst uns daran denken, dass die wahre Verehrung der Heiligen darin besteht, ihrem Leben nachzueifern. Amen.“

Abschließend dankte Erzbischof Tichon den Organisatoren und Teilnehmern des ersten Jugendgesangstreffens und äußerte den Wunsch, dass solche Treffen jährlich stattfinden mögen.