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11 April 2026 - Am Großen Samstag hielt Erzbischof Tichon von Ruza die Liturgie des Heiligen Basilius des Großen in der Kathedrale der Auferstehung Christi in Berlin

Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche (KdöR) > Aktuell > Am Großen Samstag hielt Erzbischof Tichon von Ruza die Liturgie des Heiligen Basilius des Großen in der Kathedrale der Auferstehung Christi in Berlin

Am 11. April 2026, am Großen Samstag, hielt Erzbischof Tichon von Ruza, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland, in der Kathedrale der Auferstehung Christi in Berlin die Stundengebete, die Vesper mit der Lesung von 15 Paremien und die Liturgie des Heiligen Basilius des Großen.

Der Gottesdienst wurde in kirchenslawischer und deutscher Sprache abgehalten.

Seiner Exzellenz konzelebrierten der Domkustos und Diözesansekretär, Erzpriester Michail Divakov, der Dekan des Ostbezirks, Erzpriester Georgij Antonjuk, Erzpriester Ilja Chirin, Erzdiakon Vitalij Sadakov, Erzdiakon Archil Chkhikvadze, Diakon Michail Koch und Diakon Konstantin Lotichius.

Nach der Liturgie wurde ein Gebet für den Frieden im Heiligen Land gesprochen.

Nach dem Kommunionvers wandte sich Erzbischof Tichon mit folgenden Worten an die Gläubigen:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Am Großen Samstag gedenkt die Kirche des Abstiegs des Herrn in die Unterwelt. Dies ist der Tag des entschlossenen und endgültigen Kampfes gegen das Reich der Finsternis, den Teufel und den Tod. Im Tropar des Großen Samstags kommt der Kern des von der Kirche gefeierten Ereignisses zum Ausdruck: „Im Grab mit dem Leib, in der Hölle mit der Seele, als Gott, im Paradies mit dem Räuber und auf dem Thron warst du, Christus, mit dem Vater und dem Geist. Alles erfüllend, Unbeschreiblicher.“ Mit anderen Worten: Christus, der Gott ist, war zugleich überall: mit dem Leib im Grab, mit der Seele in der Hölle, wo er die Gerechten befreite, mit dem Geist im Paradies bei dem Räuber und im Himmel beim himmlischen Vater, und erfüllte alles mit seiner Gottheit.

Was geschah zu dieser Zeit auf Erden? Der Zorn des Feindes der Menschheit hörte nicht damit auf, dass der Feind schon zu Lebzeiten von Christus besiegt worden war, als Er ihm während der Versuchung in der judäischen Wüste sagte: „Weiche von mir, Satan!“ Der Teufel schürte den Zorn der Verfolger Christi, der Hohepriester, Schriftgelehrten und Pharisäer, die auch nach dem Kreuzestod des Erlösers weiter in ihrer Bosheit wüteten. Sie bezeichneten Christus als „Betrüger und Schmeichler“ und baten Pilatus, eine Wache an seinem Grab aufzustellen, damit die Jünger ihn nicht stehlen und nicht erfinden würden, Christus sei auferstanden. „Ihr habt eine Wache; geht hin und bewacht es, wie ihr es für richtig haltet“ (Mt 27,65), antwortete Pilatus. Nachdem sie Anweisungen erhalten hatten, versiegelten sie das Grab und rollten einen riesigen Stein vor die Tür, den niemand bewegen konnte.

Doch weder das Grab noch die Wachen konnten den Lebensspender zurückhalten. Da ging die Bosheit noch weiter: Die Wachen wurden mit Geld überschüttet, nur damit sie nicht die Wahrheit sagten. Während die Schriftgelehrten und Pharisäer mit diesen sinnlosen Taten beschäftigt waren, stieg der Herr in die Unterwelt hinab, fesselte Satan und befreite alle Gerechten, die auf das Kommen des Erlösers in die Welt warteten, aus den Fesseln und Kerker der Hölle. Als Satan sah, dass er und seine Heerscharen gefesselt und ihrer Macht beraubt waren, erbebte er. Der Tod ist durch den Tod des lebensspendenden Christus zertreten: Christus ist auferstanden! Und sogleich verbreiteten die Apostel diese frohe und rettende Botschaft in der ganzen Welt. Beflügelt von der göttlichen Gnade verkündeten sie mutig das Wort vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn.

Wenn wir uns an den Abstieg des Herrn in die Unterwelt und die Herabführung der alttestamentlichen Gerechten erinnern, freuen wir uns und feiern „den Tod des Todes – wie es im Tropar des Osterkanons heißt –, die Zerstörung der Hölle und den Beginn eines anderen, ewigen Lebens“. Nachdem wir die Vesper des Großen Samstags und die Göttliche Liturgie gefeiert haben, sind wir in den Bereich des strahlenden Festes der Auferstehung Christi eingetreten. Das Fest ist bereits da, direkt vor den Toren unseres Herzens. Der Große Samstag ist der Tag, an dem die Trauer in Freude übergeht. Ich wünsche euch, Brüder und Schwestern, dass diese Freude stets unsere Herzen erfülle. Möge der Herr uns alle auf unserem Lebensweg stärken. Möge er uns die Kraft schenken, dem Gekreuzigten und Auferstandenen Herrn nachzufolgen und zum Leben und zur ewigen Herrlichkeit aufzuerstehen. Amen.“

Nach dem Gebet hinter dem Ambo segnete Erzbischof Tichon Brot und Wein. Zum Abschluss der Liturgie weihte der Erzbischof im Kirchhof die Osterkuchen und Ostereier.