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01 Juni 2026 - Am Pfingstmontag wurde in der St.-Sergius-Kirche in Karlshorst ein bischöflicher Gottesdienst gefeiert

Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche (KdöR) > Aktuell > Am Pfingstmontag wurde in der St.-Sergius-Kirche in Karlshorst ein bischöflicher Gottesdienst gefeiert

Am 1. Juni 2026, dem Pfingsttag, hielt Erzbischof Tichon von Ruza, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland, die Göttliche Liturgie in der Kirche des Heiligen Sergius von Radonesch bei der Bischofsresidenz in Karlshorst (Berlin) ab.

Seiner Eminenz konzelebrierten Priester Oleg Beltek, Erzdiakon Vitali Sadakov und Diakon Rostislav Ustimenko.

In der inbrünstigen Ektenie wurden Fürbitten und Gebete für den Frieden vorgebracht.

Nach dem Kommunionvers wandte sich Erzbischof Tichon mit einer bischöflichen Predigt an die Gläubigen:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ich gratuliere Ihnen zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit. Der zweite Tag ist besonders der dritten Person der Heiligen Dreifaltigkeit, dem Heiligen Geist, gewidmet. Der Herr, der in den Himmel aufgefahren ist, sandte vom Vater den Heiligen Geist auf die Apostel herab, die sich im Obergemach in Zion zum Gebet versammelt hatten. Der Heilige Geist kam in Form von Feuerzungen auf die Apostel herab, und sie wurden sogleich erneuert, erleuchtet und begriffen alles, was Christus sie gelehrt hatte. Ohne in weltlicher Weisheit aus Büchern unterrichtet zu sein, erkannten die Apostel die göttliche Weisheit und begannen, in verschiedenen Sprachen zu sprechen, die sie zuvor nicht kannten (Apg 2,11). Die bis dahin schüchternen und ängstlichen Apostel fanden am Pfingsttag neue Kraft und wurden zu mutigen Verkündern, die danach strebten, alle zu Christus zu führen.

Der Tag der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel ist das Fundament der Kirche Christi, der Tag ihrer Geburt. Durch seine Herabkunft hat der Heilige Geist die Kirche geheiligt und gefestigt und ihr die Gnadengaben ausgegossen. Nun wird er bis zum Ende der Zeit in der Kirche verweilen, sie heiligen und zu ihrer Ausbreitung beitragen. Am Pfingsttag wurden die ersten Hirten – die Apostel – durch den Heiligen Geist geweiht, von denen die Oberhirten und Hirten der Kirche Christi bis zum heutigen Tag in der Nachfolge die Gnade des Priestertums empfangen. An diesem Tag wurden die rettenden Sakramente gestiftet, die die, die sie empfangen, heiligen. Den Aposteln und Gläubigen wurde die Gabe der Rede und der Weisheit zur Verkündigung des Evangeliums geschenkt.

Seit dem Pfingsttag offenbarte der Heilige Geist seine Kraft in den Taten der Apostel und Märtyrer und stärkte sie mit Freude und Mut, den Glauben zu bekennen und für ihn zu leiden. Nach den schrecklichen Verfolgungen der Christen, die drei Jahrhunderte andauerten, leitete und erleuchtete der Heilige Geist die Kirchenväter, die Irrlehren der Ketzer zu widerlegen, die Glaubenswahrheiten darzulegen und den Glauben heilig und unverfälscht bis in unsere Tage zu bewahren. Der Heilige Geist hat in vergangenen Jahrhunderten eine große Schar von Menschen unterschiedlichen Alters und Standes, die Gott gefallen haben, durch Heiligkeit und Wunder verherrlicht. Wie damals, so auch heute wohnt der Heilige Geist in der Kirche und wirkt am Heil eines jeden mit.

Die Gegenwart des Heiligen Geistes ist das Erkennungszeichen wahrer Christen. „Wer den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein“ (Röm 8,9)“, sagt der Apostel Paulus. In einem anderen seiner Briefe gebietet er den Christen ausdrücklich: „Seid erfüllt vom Geist“ (Eph 5,18). Allen Christen wird die Gnade des Heiligen Geistes geschenkt, doch wer ihrer unwürdig ist, kann sie verlieren. Deshalb muss der Christ mit seinem ganzen Leben – in Wort und Tat – von seiner Berufung und Bestimmung Zeugnis ablegen und stets danach streben, die Gnade des Geistes in sich zu bewahren. Wenn solche Ermahnungen schon in der Zeit der Apostel wichtig waren, wie notwendig ist dann diese Ermahnung des Apostels in unserer Zeit, in der wir von Weltlichkeit und dem Streben nach irdischen Interessen belastet sind!

Was ist also notwendig, Brüder und Schwestern, um im Heiligen Geist zu sein? In dem Bewusstsein, dass es ohne den Heiligen Geist kein wahres Leben im Menschen gibt, keine echte Freude und keine ewige Glückseligkeit, müssen wir durch Buße und Gebet unser Herz reinigen und danach streben, nach den Worten des Ehrwürdigen Seraphim von Sarow, „den Heiligen Geist Gottes zu erlangen“. Nur durch Achtsamkeit gegenüber uns selbst, durch Werke der Barmherzigkeit und Liebe, durch das Studium der Heiligen Schrift und durch die Verpflichtung, Gutes zu tun, können wir den Schatz der Gnade in uns erwärmen und im Geist sein. „Himmlischer Tröster, Geist der Wahrheit, … komm und wohne in uns, reinige uns von aller Unreinheit und errette, O Seliger, unsere Seelen.“ Amen“.

Nach dem Ende der Liturgie sangen Erzbischof Tichon und der Klerus den Troparion, den Kondakion und die Lobpreisung zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit. Allen Teilnehmern des Festgottesdienstes wurde ein Mahl angeboten.