06 April 2026 - Karwoche. Karmontag
Am 6. April 2026, dem Großen Montag, hielt Erzbischof Tichon von Ruza, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland, in der Kathedrale der Auferstehung Christi in Berlin die Fastenstunden, die Lesungen und die Liturgie der vorgeweihten Gaben.
Am Vortag, dem 5. April, betete der leitende Bischof bei der Großen Vesper, und beim Matutin-Gottesdienst verlas er die Evangeliumslesung, die dem Montag der Passionswoche gewidmet war.
Seiner Exzellenz konzelebrierten der Sekretär der Diözese und Domkustos, Erzpriester Michail Divakov, Priester Maxim Yudakov, Erzdiakon Vitaly Sadakov, Erzdiakon Archil Chkhikvadze und Diakon Michail Koch.
Im Gottesdienst der dritten, sechsten und neunten Stunde wurden 15 Lesungen aus dem Johannesevangelium verlesen, jeweils fünf Lesungen pro Stunde, woraufhin die Bildergottesdienste und die Vesper mit der Liturgie der vorgeweihten Gaben gefeiert wurden.
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Im Gottesdienst des Großen Montags ruft die Heilige Kirche die Gläubigen dazu auf, Christus zu folgen, mit ihm gekreuzigt zu werden, um seinetwillen den Freuden des Lebens zu entsagen, um mit ihm zu leben. In geheimnisvoller Betrachtung, die die Ereignisse des Alten und des Neuen Testaments miteinander verbindet, zeigt sie uns die kommenden unschuldigen Leiden des Erlösers im alttestamentarischen Vorbild des keuschen Josef, der aus Neid seiner Brüder unschuldig verkauft und gedemütigt, aber später von Gott wiederhergestellt wurde.
Aus den Ereignissen des Evangeliums erinnert die Heilige Kirche an das Verdorren des unfruchtbaren Feigenbaums. Der verdorrte Feigenbaum war nach den Worten des Evangeliums für die Apostel eine bedeutungsvolle Predigt über die Kraft des Glaubens und des Gebets, ohne die der Mensch vor Gott geistlich tot ist.
Nach dem Verständnis der Heiligen Kirche symbolisiert der unfruchtbare Feigenbaum das alte Israel, in dem Jesus Christus keine wahre Frucht fand, sondern nur den heuchlerischen Schatten des Gesetzes, den er anprangerte und verfluchte; doch dieser Feigenbaum symbolisiert auch jede Seele, die keine Frucht der Buße hervorbringt. Neben der Erzählung vom Verdorren des Feigenbaums ermahnt uns das morgendliche Evangelium mit dem Gleichnis, das der Erlöser an diesem Tag über die ungerechten Winzer erzählte, die zuerst die Knechte ihres Herrn töteten, die wegen der Trauben gesandt worden waren, und dann auch den Sohn ihres Herrn selbst. In diesem Gleichnis ist eine Warnung an die Christen zu erkennen, die die apostolischen und patristischen Gebote brechen und dadurch den Sohn Gottes durch ihre Sünden weiterhin kreuzigen.
In der Evangeliumslesung während der Liturgie erinnert die Kirche an das Schicksal des jüdischen Volkes und das Ende der Welt, wie sie von Jesus Christus vorhergesagt wurden. Durch die Darstellung der großen Heimsuchungen und der Zeichen der Zerstörung Jerusalems und des Endes der Welt werden die Gläubigen zu Großmut, Unvoreingenommenheit, Geduld, Gebet und geistlicher Wachsamkeit angeregt und durch die Verheißung des Erlösers getröstet, dass das Evangelium in der ganzen Welt verbreitet und die Heimsuchungen „um der Auserwählten willen“ beendet werden.


