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01 August 2026 - Am Gedenktag des Ehrwürdigen Seraphim von Sarow hielt Erzbischof Tichon die Liturgie in der Gemeinde zu Ehren der heiligen Märtyrerinnen Vera, Nadezhda, Lyubov und ihrer Mutter Sophia in Bad Reichenhall

Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche (KdöR) > Aktuell > Am Gedenktag des Ehrwürdigen Seraphim von Sarow hielt Erzbischof Tichon die Liturgie in der Gemeinde zu Ehren der heiligen Märtyrerinnen Vera, Nadezhda, Lyubov und ihrer Mutter Sophia in Bad Reichenhall

Am 1. August 2026, dem Gedenktag des Ehrwürdigen Seraphim von Sarow, des Wundertäters, feierte Erzbischof Tichon von Rusa, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland, die Göttliche Liturgie in der Gemeinde der Heiligen Märtyrerinnen Vera, Nadezhda, Lyubov und ihrer Mutter Sophia in Bad Reichenhall.

Seiner Eminenz konzelebrierten Priester Anatolii Schäfer und Diakon Dimitri Cheremnykh. Nach dem Kommunionvers hielt Pfarrer Anatolii Schäfer eine Predigt:

„Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Liebe Brüder und Schwestern, heute feiern wir das Gedenken an den großen Gottfreund – den Ehrwürdigen Seraphim, den Wundertäter von Sarow. Für alle orthodoxen Christen ist dieser Name teuer, viele von uns haben seine Lebensgeschichte gelesen. Der Ehrwürdige Seraphim von Sarow ist ein Heiliger, der vor nicht allzu langer Zeit, im 19. Jahrhundert, gelebt hat; gerade er ist einer der vielen geliebten Heiligen unserer Zeit, an den sich Christen um Gebetshilfe wenden.

Schon von klein auf erfuhr der Ehrwürdige Seraphim eine besondere Fürsorge Gottes. Der Name „Seraphim“ bedeutet übersetzt „feurig“. Und nicht umsonst wurde dem Ehrwürdigen Seraphim bei seiner Ordination gerade dieser Name gegeben – um seine feurige Liebe zu Gott zu unterstreichen. Wir gedenken heute seiner größten Liebe zu Gott und zu den Menschen. Nach fünfzehn Jahren der Einsiedelei im Wald öffnete der Ehrwürdige auf besondere Offenbarung der himmlischen Königin hin seine Zelle für alle Leidenden – für all jene, die sich an ihn wenden wollten, um Hilfe zu erbitten. Und zu jener Zeit war der Name des Ehrwürdigen Seraphim in ganz Russland bekannt.

Der Ehrwürdige Seraphim von Sarow war der Gründer des Frauenklosters in Diwejewo, das er geistlich leitete, das er bis heute nicht verlässt und in dem er nun mit seinen heiligen Reliquien ruht. Der Ehrwürdige Seraphim von Sarow hilft auch heute noch allen, die sich an ihn um Hilfe wenden. Es gibt erstaunliche Zeugnisse für die Fürsorge des Ehrwürdigen Seraphim im Gebet, nicht nur in seiner Heimat, sondern sogar in Griechenland, wo es sehr viele eigene Ehrwürdige Diener Gottes gibt. Der Ehrwürdige Seraphim ist uns allen nah und lieb, er ist ein Verkünder der Gnade. In seinen Predigten offenbart er das erstaunliche Geheimnis, dass das Ziel des menschlichen Lebens darin besteht, die Gnade des Heiligen Geistes zu erlangen. In seinem Leben hat er dies bewiesen; er selbst war eine Wohnstätte des Heiligen Geistes. Und auch heute noch gießt er diese gnadenreichen göttlichen Gaben reichlich über all jene aus, die sich an ihn um Hilfe wenden.

Wenn wir die Lebensgeschichte des Ehrwürdigen Seraphim von Sarow lesen und an seine Werke denken, dürfen wir nicht vergessen, dass der Weg zum Erlangen der Gnade ein Weg der Demut ist, ein Weg der Geduld im Ertragen der Leiden. So war es auch im Leben des Ehrwürdigen Seraphim von Sarow selbst, denn auch er blieb nicht von irdischen menschlichen Schwächen verschont, wie Krankheit, Verleumdung und Überfällen durch Räuber. Er erlebte in seinem Leben zahlreiche leidvolle Ereignisse, doch all dies überwand er mit Gottes Hilfe.

Und wenn wir Gott gefallen wollen, dann müssen auch wir unser Herz darauf vorbereiten, Versuchungen zu ertragen. Und wenn es uns schwerfällt, wenn wir unsere eigenen menschlichen Kräfte nicht ausreichen sehen, um diese oder jene Leiden zu ertragen, wollen wir versuchen, uns daran zu erinnern, dass wir einen solchen Gottgefälligen haben – den Ehrwürdigen Seraphim von Sarow, der vom Himmel aus über uns wacht, der sich um uns sorgt, für uns betet und natürlich wartet auch auf einen Gebetsseufzer von uns. Deshalb wollen wir an diesem besonderen Tag zum Ehrwürdigen Seraphim von Sarow beten, damit auch wir die Gnade des Heiligen Geistes erlangen, damit auch wir Demut, Geduld und alle christlichen Tugenden erlangen, die für unser gemeinsames Heil notwendig sind. Mögen die Gebete des Ehrwürdigen Seraphim auch uns helfen, durch die Pforten des Reiches Gottes zu treten. Amen!“

Nach dem Schluss der Liturgie wurde eine Lobpreisung des Ehrwürdigen Seraphim abgehalten. Erzbischof Tichon verlas ein Gebet an den Heiligen. Der Chor sang die Lobpreisung. Priester Anatolii begrüßte im Namen der Gemeindemitglieder den leitenden Bischof und überreichte ihm einen Blumenstrauß.

Erzbischof Tichon dankte Priester Anatoli für seinen Einsatz bei der seelsorgerischen Betreuung der Gemeinde und der Organisation des Gemeindelebens, gratulierte anschließend den Anwesenden zum Gedenktag des verehrten Heiligen und hielt eine Predigt.

Der Austausch mit den Geistlichen und Gemeindemitgliedern wurde beim gemeinsamen Mahl fortgesetzt.

Am Vortag, dem 31. Juli, hielt Erzbischof Tichon im Kloster Benediktbeuern eine Andacht zu Ehren der Großmärtyrerin Anastasia und des Ehrwürdigen Benedikt von Nursia, wo die Reliquien dieser Heiligen aufbewahrt werden.