09 April 2026 - Karwoche. Gründonnerstag
Am 9. April 2026, am Gründonnerstag, dem Tag der Erinnerung an das Letzte Abendmahl, hielt Erzbischof Tichon von Ruza, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland, die Stundengebete, die Typika-Gebete und die Vesper in Verbindung mit der Liturgie des Heiligen Basilius des Großen in der Kathedrale der Auferstehung Christi in Berlin.
Am Vortag, dem 8. April, hielt Erzbischof Tichon in der Kathedrale die Morgenandacht des Gründonnerstags, bei der er die für diesen Tag vorgesehene Lesung aus dem Evangelium vortrug.
Seiner Exzellenz konzelebrierten der Sekretär der Diözese und Domkustos, Erzpriester Michail Divakov, der Dekan des Ostbezirks, Erzpriester Georgij Antonjuk, Erzpriester Ilja Chirin, Erzdiakon Vitalij Sadakov, Erzdiakon Archil Chkhikvadze und Diakon Konstantin Lotichius.
Nach dem Kommunionvers hielt Erzpriester Georgij Antonjuk eine Predigt:
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Heute, liebe Brüder und Schwestern, ist ein besonderer Tag – Gründonnerstag, das Gedenken an das letzte Abendmahl des Erlösers mit den Aposteln und die Einsetzung des Mysteriums der Eucharistie. Ich gratuliere Ihnen allen zu diesem Festtag, der für das Leben eines jeden von uns eine besondere spirituelle Bedeutung hat.
Wir bereiten uns heute mit Glauben, Liebe und Gottesfurcht darauf vor, das Heilige Abendmahl zu empfangen. Der Herr selbst hat gewollt, dass jeder gläubige Mensch die Möglichkeit hat, am Letzten Abendmahl, an seinem Tod am Kreuz und an seiner glorreichen Auferstehung teilzuhaben. Und so werden wir, die wir zweitausend Jahre nach diesen Ereignissen leben, in diesen Tagen zu wirklichen Teilhabern an allem, was der Herr zur Erlösung der Menschheit vollbracht hat.
Am heutigen Tag denken wir besonders an die Eucharistie – das Sakrament der Kommunion. Eucharistie bedeutet im Griechischen „Danksagung“. Dank an Gott für die Möglichkeit, durch die Heilige Kommunion mit Ihm vereint zu sein. Die Heilige Eucharistie ist das größte Sakrament unseres Lebens. Sie ist eine offene Tür, durch die der Mensch zum Himmel aufsteigt und auf ihn die göttliche Gnade herabkommt. Der Evangelist Matthäus berichtet so vom Letzten Abendmahl: „Jesus nahm das Brot, segnete es, brach es und gab es den Jüngern mit den Worten: Nehmt, esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, dankte und reichte ihn ihnen mit den Worten: Trinkt alle daraus; denn das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,26–28). So wurde dem Menschen der Weg zum ewigen Leben eröffnet. Der Herr sagte den Aposteln, dass dieses Sakrament immer zu seinem Gedächtnis gefeiert werden solle.
Das letzte Abendmahl ist die erste Eucharistie, die der Herr selbst gefeiert hat. Ohne die Teilnahme an diesem Sakrament ist die Erlösung unmöglich. Hier sind die Worte Christi, des Erlösers: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben; und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken“ (Joh 6,53–54).
Brot und Wein werden durch das Wirken des Heiligen Geistes unsichtbar verwandelt und werden zum Leib und Blut Jesu Christi selbst. Das ist eine unbestreitbare Realität, denn Gott selbst hat uns diese wunderbare liturgische Möglichkeit geschenkt, uns in der Kommunion mit Ihm selbst zu vereinen. Er hat sie uns aus seiner unaussprechlichen Liebe zum Menschen geschenkt, denn „Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8). Im Sakrament der Heiligen Kommunion kommt Gott in uns, heilt unsere Schwächen, heilt Krankheiten und Gebrechen, vergibt Sünden und schenkt geistige und körperliche Kräfte. Aus eigener Kraft können wir dies nicht erreichen, sondern nur mit der Hilfe des Herrn. Wie könnten wir Gott dafür nicht danken und uns Ihm nicht anvertrauen? Die Eucharistie ist ein solcher Dank. Sie ist das Sakrament der Kirche, das Sakrament ihrer Gründung.
Ich gratuliere euch allen noch einmal zum Gründonnerstag. Ich wünsche euch die rettende Teilhabe an den Heiligen Mysterien Christi. Lasst uns den friedlichen Geist dieser Tage vor Ostern in Ehrfurcht bewahren und unser Gebet darbringen, dass wir alle in der Kraft und Wahrheit Gottes wachsen mögen. „Nimm mich heute, Sohn Gottes, als Teilhaber an deinem mystischen Abendmahl auf.“ Amen“.
Nach dem Gebet hinter dem Ambo lasen der Erzbischof und die Geistlichen Dankgebete nach der Heiligen Kommunion, woraufhin Erzbischof Tichon sich mit einer bischöflichen Ansprache an die Gottesdienstteilnehmer wandte.


